{"id":482,"date":"2016-09-06T10:35:27","date_gmt":"2016-09-06T08:35:27","guid":{"rendered":"http:\/\/berlinfueralle.org\/?p=482"},"modified":"2016-09-06T10:38:57","modified_gmt":"2016-09-06T08:38:57","slug":"wohnraum-fur-alle-statt-armenhauser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berlinfueralle.org\/index.php\/2016\/09\/06\/wohnraum-fur-alle-statt-armenhauser\/","title":{"rendered":"Wohnraum f\u00c3\u00bcr Alle statt Armenh\u00c3\u00a4user"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-483\" src=\"http:\/\/berlinfueralle.org\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MUF-001.jpg\" alt=\"MUF-001\" width=\"1252\" height=\"589\" srcset=\"https:\/\/berlinfueralle.org\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MUF-001.jpg 1252w, https:\/\/berlinfueralle.org\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MUF-001-300x141.jpg 300w, https:\/\/berlinfueralle.org\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MUF-001-768x361.jpg 768w, https:\/\/berlinfueralle.org\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MUF-001-1024x482.jpg 1024w, https:\/\/berlinfueralle.org\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MUF-001-500x235.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 1252px) 100vw, 1252px\" \/><\/p>\n<h2>Kundgebung gegen Unterk\u00c3\u00bcnfte zweiter Klasse<\/h2>\n<p>Es stehen Wahlen an in Berlin und die Parteien entdecken die Mieter*innen Berlins als W\u00c3\u00a4hler*innen. Die SPD, die zurzeit regiert und wohl auch zuk\u00c3\u00bcnftig regieren wird, verspricht beispielsweise 100.000 neue kommunale Wohnungen. Da nur knapp ein Drittel von ihnen mit moderaten Mieten geplant sind, bedeutet dies f\u00c3\u00bcr die \u00c3\u00bcberwiegende Mehrheit der Berliner*innen: die Suche nach einer Wohnung bleibt ein harter Kampf. Denn weiterhin werden vor allem private Investor*innen gef\u00c3\u00b6rdert. Dabei w\u00c3\u00a4re grade jetzt ein neuer sozialer Wohnungsbau bitter notwendig. Sogar die eigenen Berechnungen des Senats f\u00c3\u00bcr Stadt und Umwelt zeigen: mit den bisher geplanten Bauprogrammen wird es keinen relevanten Zuwachs an Wohnraum geben, der f\u00c3\u00bcr alle Menschen in Berlin bezahlbar ist.<\/p>\n<p>Stattdessen wird von Seiten des Senats etwas ganz anderes geplant: neue Armenh\u00c3\u00a4user. In ihnen sollen langfristig all diejenigen untergebracht werden, die wenig Geld und keine Freund*innen in der Politik haben. Ausprobiert werden sie an den Neuberliner*innen, die aus den Krisenregionen der Welt nach Berlin geflohen sind. Aktuell sind diese geplanten Unterk\u00c3\u00bcnfte unter dem technokratischen K\u00c3\u00bcrzel MUF (Modulare Unterk\u00c3\u00bcnfte f\u00c3\u00bcr Fl\u00c3\u00bcchtlinge) bekannt. Doch schon bald, frohlockt der Senator f\u00c3\u00bcr Stadtentwicklung Geisel, sollen hier auch Senior*innen, Studierende und Menschen mit geringem Einkommen wohnen.<!--more--><\/p>\n<p>Die Modularen Unterk\u00c3\u00bcnfte sollen schnell gebaut werden k\u00c3\u00b6nnen und g\u00c3\u00bcnstig sein. Soweit so gut, aber die Nachteile lassen nicht auf sich warten. Nicht einmal Tageslicht in allen Wohnr\u00c3\u00a4umen, k\u00c3\u00b6nnen die ersten im Bau befindlichen MUFs bieten. Mehrere Leute m\u00c3\u00bcssen sich ein Zimmer, K\u00c3\u00bcche und Bad teilen. Wohnen im Sinne des in der Landesverfassung verankerten Menschenrechts auf Wohnen ist das nicht. Als kurzfristige und bessere Alternative zu Containern, Zeltst\u00c3\u00a4dten und provisorischen Unterk\u00c3\u00bcnften in Turnhallen und Hangars vermarktet, sollen in den MUFs in Wirklichkeit dauerhaft Menschen untergebracht werden. Was das alles f\u00c3\u00bcr Berliner Mieter*innen hei\u00c3\u0178t ist klar: Langfristig werden diese Unterk\u00c3\u00bcnfte zweiter Klasse f\u00c3\u00bcr den Wohnungsmarkt eine \u00c3\u00a4hnliche Funktion \u00c3\u00bcbernehmen wie Hartz-IV f\u00c3\u00bcr den Arbeitsmarkt. Zwar m\u00c3\u00bcssen Weniger auf der Stra\u00c3\u0178e schlafen, aber der drohende Absturz zum \u00e2\u20ac\u017eWohnen in der Unterkunft\u00e2\u20ac\u0153 wird alle Mieter*innen disziplinieren. MUFs bergen also die Gefahr, neue Substandards zu etablieren: Zuerst Eingef\u00c3\u00bchrt f\u00c3\u00bcr die Schw\u00c3\u00a4chsten der Schwachen, dann schrittweise ausgeweitet auf immer breitere Bev\u00c3\u00b6lkerungsschichten.<\/p>\n<p>Was wir stattdessen brauchen, ist dauerhaften bezahlbaren kommunalen Wohnraum f\u00c3\u00bcr Alle, egal ob Neu- oder Altberliner*innen, ob aus Reutlingen, Yaound\u00c3\u00a9, Mirow oder Aleppo. Finanzierungsmodelle daf\u00c3\u00bcr gibt es. Ebenso, wie auch schnell zu bauende Alternativen zu den MUFs, die echte Wohnungen f\u00c3\u00bcr Alle bieten. Der Senat kennt die entsprechenden Vorschl\u00c3\u00a4ge, wir stellen sie gemeinsam der \u00c3\u2013ffentlichkeit vor.<\/p>\n<p>An der Franz-K\u00c3\u00bcnstler-Stra\u00c3\u0178e Ecke Alte Jakobstra\u00c3\u0178e ist der Bau einer MUF bereits geplant. Dagegen wollen wir protestieren und fordern als Anwohner*innen, Gefl\u00c3\u00bcchtete und Stadtinitiativen:<\/p>\n<p><strong>Stoppt die Unterk\u00c3\u00bcnfte zweiter Klasse, Wohnraum f\u00c3\u00bcr Alle!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kundgebung gegen Unterk\u00c3\u00bcnfte zweiter Klasse Es stehen Wahlen an in Berlin und die Parteien entdecken die Mieter*innen Berlins als W\u00c3\u00a4hler*innen. Die SPD, die zurzeit regiert und wohl auch zuk\u00c3\u00bcnftig regieren wird, verspricht beispielsweise 100.000 neue kommunale Wohnungen. 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