PM: Demonstrierende fordern „Wohnraum für Alle“ statt Schloss

Die Castingshow für die WG im Stadtschloss beginnt. Doch eigentlich wollen sie alle lieber guten bezahlbaren Wohnraum für Alle #stattschloss

Die Castingshow für die WG im Stadtschloss beginnt. Doch eigentlich wollen sie alle lieber guten bezahlbaren Wohnraum für Alle #stattschloss

Berliner Filz zieht ins Stadtschloss ein

Demonstrierende fordern „Wohnraum für Alle“

Die Initiative „Berlin für Alle“ hatte zum Protest gegen den Tag der Deutschen Immobilienwirtschaft im Stadtschloss mobilisiert, zusätzlich hatte ein Witzbold auf WG-Gesucht zum Besichtigungstermin geladen. So sammelten sich am Mittwoch den 08.06. ab 19:00 bis zu 300 Menschen am Stadtschloss und forderten Wohnraum für Alle statt Prestigeprojekte.

Die Demonstrierenden feierten eine Einzugsparty und hatten Möbel mitgebracht. Sie begrüßten die Politiker*innen und Lobbyist*innen lautstark mit Konfetti. Ins Schloss zog dann aber doch nur der Immobilienfilz ein: Unter anderem die Groth Gruppe, die noch vor kurzen in den Schlagzeilen stand – wegen dubioser Spenden an den Bezirksverband von Stadtsenator Geisel, der ebenfalls anwesend war. Auch VertreterInnen des WBU (Unternehmensverband u.a. der kommunalen Wohnungsunternehmen) nahmen an der Besichtigung teil.

Dazu Ralph Neumann von der Initiative Berlin für Alle: „Das sich die Immobilienlobby und Politik gerade im aristokratischen Stadtschloss zum ‘Networken’ trifft, spricht Bände. Bund und Land geben 590 Millionen dafür aus, in einem Schloss, das niemand will, während der Kolonialzeit entwendete Kunstgegenstände auszustellen. Und gleichzeitig soll für bedarfsdeckenden öffentlichen und bezahlbaren Wohnungsbau kein Geld da sein?“

Während die hier feiern leben immer mehr Menschen in viel zu kleinen Wohnungen und Geflüchtete müssen teils Jahre in Gemeinschaftsunterkünften verbringen“, empörte sich eine Demonstrationsteilnehmerin.

An der Kundgebung nahm auch das Bündnis „Zwangsräumung Verhindern“ teil. Dieses startete zum Tag der Deutschen Immobilienwirtschaft mit ihrer Kampagne „Wir wollen Wohnungen“. Eine Gruppe von Personen, die von Zwangsräumungen, Wohnheimunterbringung und Mietsteigerungen betroffenen ist, tat bereits beim Spaziergang der Tagungsteilnehmer*innen zum Stadtschloss lautstark ihren Unmut kund.

In den Redebeiträgen auf der Kundgebung vor dem Stadtschloss artikulierten Aktivist*innen von „Berlin für Alle“ nicht nur scharfe Kritik, sondern skizzierten auch konkrete Pläne für eine andere Wohnungspolitik auf Landesebene.

So wurde ein Neubauprogramm für Einkommensschwache unter Aufsicht der neu gegründeten Anstalt Wohnraumversorgung Berlin gefordert. Allerdings müsse es starke Möglichkeiten der Mitbestimmung und 100% Transparenz geben, denn anders seien Geld- und Postengeschiebe im Berlin Filz kaum verhinderbar, so die Initiative.

Darüber hinaus muss das Land Berlin alles tun, um den Privaten Wohnungsmarkt immer weiter einzudämmen, denn er ist kein Teil der Lösung. Auch der Wille zur gesetzlichen Zuführung privater Immobilien und Liegenschaften in den öffentlichen Bestand muss stärker werden“ forderte Sigrid Engels von Berlin für Alle.

Ziel der Initiative ist es „Wohnraum für Alle“ zu schaffen, unabhängig von Herkunft und Dauer des Wohnsitzes in Berlin. Ihre genauen Pläne will die Initiative am 16.06. um 19 Uhr im Robert-Havemann-Saal des Haus der Demokratie und Menschenrechte vorstellen und diskutieren. Alle Verterter*innen der Presse sind herzlich eingeladen.

Redebeitrag der Interventionistischen Linken Berlin, teil von Berlin für Alle
Redebeitrag von la:iz, ebenfalls bei Berlin für Alle dabei

Pressekontakt: Ralph Neumann, 0160 1680189

Mail: kontakt@berlinfueralle.org

Online:
Webseite des Bündnis: http://berlinfueralle.org/
Recht auf Stadt statt Schloss: https://www.facebook.com/events/470265519850839/
Wohnungspolitisches Streitgespräch: https://www.facebook.com/events/738916232877540/

Wer verbirgt sich hinter „Berlin für Alle“?

Das Bündnis ist seit Anfang des Jahres aktiv, seit einer Stadtpolitischen Konferenz im Februar arbeiten dort auch Aktive des Berliner Mietenvolksentscheids mit. „Unsere Stadt hat keine Flüchtlingskrise, sondern ist kaputtgespart“, lautete eine Kernausage des Bündnisses. Es fordert ein Ende der „Kommunalen Austerität“, statt Privatisierung und Sparpolitik den Neuaufbau einer sozialen Infrastruktur für Geflüchtete und Alteingesessene gleichermaßen – ein soziales Berlin für alle soll der rassistischen Spaltung von AfD und Konsorten entgegengesetzt werden. Das Bündnis verfolgt verschiedene Projekte: Neben „Wohnraum für Alle“ unter anderem auch das Projekt „Gesundheit für Alle“.

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